Burnout

Ich werde mich in diesen Zeilen nicht bemühen, den Begriff "Burnout" zu erklären, da der Streit um die Definition von Burnout hinreichend in der Presse breitgetreten ist. Als Reaktion hat die offizielle Ärzteschaft über die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie ihren Standpunkt in einem ausführlichen Programm kundgetan, um Ordnung in das Mediendurcheinander zu bringen.

Trotzdem haben die unternommenen Maßnamen die inflationäre Verwendung des Begriffs nicht gestoppt, und immer wieder werden viele Stimmen der "Yellow-Press" laut, wie man das "Outburnen" vermeiden kann. Was sie alle eint, ist das große Bedürfnis nach Diagnosemöglickeiten. Wenig wird von schlüssigen Heilungskonzepten gesprochen, die den Menschen helfen, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen, ihre Erschöpfung zu erkennen und vor allem zu wissen, was sofort geändert werden soll.

Wir als ganzheitliche Therapeuten sehen Heilung (auch aus dem Burnout) als Wandlung auf allen Seinsebenen. Wir machen den Patienten klar, dass es menschlich ist, sich ganz und gar in eine Sache hineinzustürzen, begeistert von etwas zu sein, sodass man Zeit, Raum und die eigenen Bedürfnisse vergisst. Das ist nicht das Problem. Das Problem ist die Maßlosigkeit, der Kontaktverlust zu sich selbst, indem man nur noch im Außen orientiert ist und wie besessen dem Sog von "noch mehr, noch weiter, noch höher hinaus, noch schneller" erliegt.

Als Hilfe zur Selbsthilfe kann die Homöopathie die abgebrannten Brücken zwischen unserem Streben nach Selbst-Verwirklichung und dem äußeren Druck in allen seinen Erscheinungen wieder instandsetzen. Das ganzheitliche Therapiekonzept beinhaltet jedoch viel mehr als die Gabe von Kügelchen, die alles schon richten sollen. Mehr als bei anderen Leidensgeschichten ist im Falle von der totalen Erschöpfung ein Bewusstseinswandel notwendig. So ein Wandel bringt eine neue Lebensdynamik mit sich: die Rhythmik im Energiesystem wird anerkannt, die polaren Kräfte (Anspannung und Entspannung) werden wieder wahrgenommen, und die betroffenen Menschen können ihre inneren Ressourcen kennenlernen, aktivieren und stärken und dadurch am Ausgleich der Kräfte arbeiten. Ernährung im Jahreslauf, rhythmische Übungen und die Suche nach der spirituellen Anbindung ergänzen die homöopathische Behandlung.

Um die Wirkung einer ganzheitlichen Therapie des Burnout etwas anschaulicher zu machen, hier eine Übung, die grundlegend für die Heilung ist (Diese Übungen, die ich auch in meiner Praxis einsetze, habe ich auf einem Kurs bei den Heiltherapeuten Rosina Sonnenschmidt und Harald Knauss gelernt).

INNEHALTEN

 - Wo immer Sie gerade sind und was immer Sie tun, halten Sie für eine Minute inne.

 - Setzen Sie sich aufrecht, ohne sich anzulehnen.

 - Stellen Sie sich vor, eine Krone auf dem Haupt zu tragen.

 - Legen Sie die Zunge auf den Mundboden (sie klebt meistens am Gaumen).

 - Entspannen Sie die Kiefergelenke (meistens beißen Sie die Zähne zusammen).

 - Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf den Atem.

 - Lassen Sie den Atem gleichmäßig strömen.

 - Spüren Sie dabei den Boden unter Ihren Füßen.

Mehrmals am Tag eine Minute innehalten und ganz gesammelt auf den Augenblick sein, ist mehr wert als lange Meditationen ohne Konzentration. Diese Übung ist so kurz und effizient, dass sie auch der total Erschöpfte ausführen kann. Wenn man sich daran gewöhnt hat, wenigstens alle paar Stunden mal innezuhalten, verlieren sich auch solche Symptome wie Zähneknirschen im Schlaf, Kieferprobleme, Rückenprobleme und Stressanfälligkeit.

Das ist nur der Beginn der Therapie. Es folgen andere ergänzende Übungen (rhythmische Atemübungen, rhythmische Drüsenübungen und rhythmische Klangübungen). Für uns ist in der ganzeitlichen Behandlung des Burnout von zentraler Bedeutung, dass die betroffenen Menschen sich, ihren Körper wieder spüren und die Lebenskraft und Erlösung von psychisch-mentalen Blockaden auch körperlich erleben. Alle Übungen vermitteln den Menschen, wie sie selbst ihren Heilungsprozess mit Hilfe der homöopathischen Behandlung aktivieren können. Sie brauchen auf ihrem Weg der Heilung neue Erfahrungen, denn dadurch ändert sich ihr Denken, Fühlen und Handeln.